Hersteller bieten schon lange den Zugriff auf Diagnosedaten an. Bevor OBD II zum Standard wurde (ab etwa 2002), gab es keine einheitlichen Lösungen: Jeder Fahrzeughersteller nutzte ein eigenes System (OEM- bzw. herstellerspezifische Diagnose). Auch bei Motorrädern und Sportbooten ist oft eine Diagnose möglich. Mit einem Testgerät für OBD2 erhalten Sie bei all diesen Motoren jedoch keinen Zugriff auf die Daten – Sie benötigen eine geeignete Hard- und Software. Diese ist in der Regel speziell auf eine Marke zugeschnitten und nicht mit anderen Herstellern kompatibel.
Universelle Multimarkengeräte sind extrem teuer und nur etwas für professionelle Werkstätten. Oft wird ein teures Grundgerät sowie ein Abonnement benötigt, ohne das das Grundgerät nicht funktioniert.
Der Diagnoseanschluß
Um sich davor zu schützen, dass Verbraucher und freie Werkstätten auf die Diagnoseschnittstelle zugreifen, haben sich die Hersteller eigene Steckerformen für die Signale ausgedacht. Auch heute wird das noch gemacht, wenn es keine Norm für den Diagnosezugang gibt (z. B. bei Booten, Motorrädern und Elektroautos). Die diversen Steckerformen sind heutzutage jedoch keinerlei Hürde mehr (und werfen ein eher peinliches Bild auf die Hersteller, die so den Anwender ausgrenzen wollen), da es für alle Systeme Adapter gibt. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um einen Stecker für das herstellereigene Diagnosesystem und eine genormte OBD2-Buchse. Dies ist lediglich ein Kabeladapter ohne jegliche Diagnosefunktion.
Das Prinzip funktioniert deshalb so gut, weil die Diagnose schon immer einfach aufgebaut war. Es gibt eine oder mehrere Datenleitungen, die mit 12-V-Signalpegeln arbeiten. Diese werden als K-Leitung bezeichnet (manchmal auch mit zusätzlicher L-Leitung). Bei wenigen Herstellern (z. B. bei BMW und Mercedes) gibt es eine Datenleitung für jedes einzelne Steuergerät (z. B. für die ECU, das ABS, den Airbag usw.). Neuere Diagnosezugriffe nutzen den CAN-Bus, der aus zwei Leitungen besteht. Zusätzlich wird immer eine Verbindung zum Pluspol und zum Minuspol (Masse) der Batterie benötigt.
Der OBD2-Stecker bietet für all diese Verbindungen definierte Pins, mit denen die OEM-Diagnoseanschlüsse im Adapter verbunden sind. An die OBD-Buchse kann dann jedes geeignete Diagnoseinterface angeschlossen werden.
Das Diagnoseinterface
Es gibt im Wesentlichen zwei Kategorien von Diagnoseinterfaces: mit und ohne Protokoll-Logik.
Die Geräte, die intern das Diagnoseprotokoll beherrschen, sind oft speziell auf einen Hersteller zugeschnitten. So muss die Software nicht selbst das Diagnoseprotokoll beherrschen und kann sich auf die Darstellung beschränken. Das ist praktisch, weil dann keine besonderen Anforderungen an die Leistungsfähigkeit des PCs gestellt werden. Zudem bietet das Interface oft Zugriff auf Diagnosefunktionen, die auch von anderen Programmen genutzt werden können. Das ist das gleiche Prinzip wie beim ELM327 und wird beispielsweise beim WBH-Diag Pro genutzt.
Günstiger sind oft Interfaces, die lediglich als Pegelwandler arbeiten. Diese werden häufig als K-Interface, KL-Interface oder KKL-Interface bezeichnet. Hierbei werden die Diagnosebefehle von der Software über das Interface an die Diagnoseschnittstelle gesendet. Das Interface wandelt die Signalpegel, beispielsweise von USB auf 12 V oder 24 V. Die Software muss die Kommunikation mit dem Steuergerät vollständig beherrschen. Dazu sind für jeden Hersteller eigene Kommandos notwendig, und auch die Antworten der Steuergeräte sind herstellerspezifisch.
Das gleiche Diagnoseinterface kann dann für verschiedene Programme und Fahrzeuge genutzt werden, solange eine passende Software vorhanden ist, die die speziellen Codes zur Kommunikation kennt. Wir empfehlen unser KL902 OBD KL-Diagnoseinterface für USB, da es das einzige Gerät ist, das einen hochwertigen USB-Seriell-Wandler FT232RQ vom Markenhersteller FTDI verwendet (mit dem es keine Treiberprobleme gibt) und ein ISO-Schnittstellentreiber-IC MC33660 nutzt.
Bevor Sie sich für ein Interface entscheiden, prüfen Sie, welche Software es für Ihr Fahrzeug oder Ihren Motor gibt und welche Anforderungen das Programm stellt.
Software
Für ein KL-Interface gibt es viele Programme zur Diagnose zahlreicher Fahrzeuge, Motorräder usw. Oft sind diese Programme sogar kostenlos und werden von Hobbyanwendern entwickelt. Eine Übersicht bekannter Tools finden Sie in unserem Softwareverzeichnis. Bei einigen Programmen sind nur eingeschränkte Demoversionen kostenlos, oder sie sind ausschließlich für Werkstätten gedacht, sodass es keine regulären Downloads vom Anbieter gibt.
|